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Ročov

Heutige Gemeinde Ročov besteht aus zwei ursprünglich unabhängigen Ortschaften Horní und Dolní Ročov. Die ältere ist Dolní Ročov, die um die ersten Hälfte des 14. Jhs das Fort Albrecht von Kolovrats herum entstanden ist. Dieser älteste bekannte Vorfahr der später reich verzweigten Familie, gewann 1352 eine Bewilligung vom Kaiser Karl IV. auf dem Hügel über sein Fort ein Städtchen zu gründen. Der ursprüngliche Name schwankte: Dráčov, Vysoká, lateinisch Alta civitas. Das Städtchen wurde planmässig gegründet, es dehnte sich um einen ungewöhnlich grossen und regelmässigen Platz herum, auf dem später die Märkte stattfanden, aus.

Die Herren von Kolovraty waren im 16. Jh. durch die Lobkovic abgewechselt und die letzten Besitzer waren seit 1802 die Herren von Schwarzenberg.

Die Entwicklung von Horní Ročov ging in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. an und war knapp mit Entwicklung des Anbaus der schon im 14. Jh belegten Frucht – Hopfen verbunden. Um die Wende des 19. und 20.Jhs. wurde die Gemeinde zum wirklichen Hopfenzentrum der Region. Es war hier das grösste Ausmass der Hopfenfelder im Bezirk und einigemal fand hier die Sitzung der tschechischen Anbauer – des Tschechischen Hopfenverbandes fürs Königreich Böhmen statt.

Ausser dem Hopfenbau war Ročov auch ein Zentrum anderer Handwerke. Nach dem Jahre 1860 entstand hier eine Gewerbegemeinschaft mit dem Sitz in Ročov, in die die Handwerker von 18 umliegenden Gemeinden fielen.

Der Anstieg der Gemeinde kam auch in deren Ausstattung zum Ausdruck: 1870 wurde ein Postamt errichtet, 1885 ein Telegraf erbaut, 1877 eine Apotheke geöffnet und zehn Jahre später begann hier ein Arzt zu ordinieren. Langfristige Tradition hat die Schule, die ursprünglich in Dolní Ročov , im Jahre 1896 in jetzigem Gebäude in Horní Ročov eingeräumt ist

Gegenwärtige Gemeinde hat eine sehr gute Folgeeinrichtungen. Es gibt hier eine vollkommene Grundschule, einen Kindergarten, einen Gesundheitsdienst, eine Apotheke, ein Postamt, drei Gaststätten, ein Lebensmittelgeschäft, ein Mischwaren- und Textilgeschäft und eine Tankstelle. Seit über hundert Jahren her fungiert die Wasserleitung, die Gemeinde ist auch mit Gas versorgt.

Die Grundlage des Wirtschaftslebens ist die "Landwirtsgenossenschaft der Besitzer der Gegend am Walde ", der grösste Produzent des Hopfens der Republik. In der Gemeinde sind ein Paar Firmen tätig: eine Schlosserei, zwei Autowerkstätten, eine Tischlerei, eine Baufirma, ein Brennstoffgeschäft, ein Lkw-Autoverkehr.

Die Verkehrsverbindung mit der Umgebung ist ausreichend. Von Ročov besteht eine direkte Buslinie mit der Bezirksstadt Louny oder umgekehrt auf die Strasse in Richtung Prag - Karlovy Vary ( Gemeinde Řevníčov ) und eine Zuglinie in Richtung Louny - Rakovník, die Strasse nach Solopysky.

Dolní Ročov war bis Anfang des 20. Jhs eine selbständige Gemeinde. 1373 gründete hier Albrecht von Kolovraty das Augustiner-Eremitenkloster. Das Kloster überlebte eine Reihe der Katastrophen und ging durch einige Umbauten über, deren Autoren waren die ausgezeichneten Barockkünstler, wie Giovanni Santini und Kilián Ignác Dietzenhofer. Dietzenhofers Bau ist heute die wertvollste Barockgedenkstätte in der Region mit einer sehr wertvoller Innenausstattung.

Die Gemeinde Ročov kann mit einer schönen Umgebung, einer reich gegliederten Gegend und mit fast an allen Seiten umliegenden Wäldern, woran auch der selben Regionname "Podlesí" errinert prahlen..


Historische Gedenkstätten

Die bedeutendste Gedekstätte ist das Mariä Himmelfahrt-Kloster, das zum Augustiner-Eremitenorden ( OSA) gehört, der seit dessen Gründung manche dramatischen Ereignisse „erlebt“ hatte. Unter den Hussitenkriegen war es verlassen, zu Beginn des 16. Jhs. wurde es erneuert und das neue Kloster gelangte das Reich zur höchsten Blüte erst im 17. Jh. Zu Beginn des 18. Jhs ging es durch einen beträchtlichen Umbau unter Leitung des berühmten Barockbauers Giovanni Santini. 1745 wuden Klostergebäude sowie die Kirche durch den Wolkenbruch schwer beschädigt und man begann nächstes Jahr mit einem neuen, von einem anderen berühmten Bauer Kilián Ignác Dietzenhofer entworfenen und geleiteten Gesamtumbau. Der prägte dem Komplex heutige Gestaltung ein und dank der Persönlichkeit des Bauers ist somit eine wertvollste Barockbaugedenkstätte der ganzen Region entstanden. Aus der Innenausstattung der Kirche ist die Maria-Pläuerstatue vom Ende des 14. Jhs und zwei kleineren St. Barbara und Katharina-Statuen vom 15. Jh Rede wert. Auch die übrige Ausstattung des Klosterinnenraumes ist selten und historisch wertvoll.

In Horní Ročov im Park steht die Maria-Barocksandsteinstatue vom Jahre 1713. Die St. Adalbert-Nischenbarockkapelle vom 18. Jh befindet sich bei der Ausfahrt aus der gemeinde in Richtung Louny. Die Kirche, wie oben angeführt, ist ein novogotischer Umbau und bildet eine hervorragende Dominante der Gemeinde. Die älteren Wohn- sowie Wirtschaftsgebäude sind um die Wende des 19. Und 20. Jhs. den verlaufenden Innovationen zum Opfer gefallen.

Merkwürdig sind auch die geschützten Bäume: die gewaltige Eibe im Garten des Hofes Nr. 1, deren Älter auf 400 Jahre geschätzt wird, weiterhin die Linden auf dem Platz und bei der St. Adalbert-Kapelle, die ca. 200 Jahre alt sind.